Samstag, 10. Dezember 2011
Klingspor-Museum Offenbach


Dieser Samstag stand ganz im Zeichen des Buchdesigns. Über den Japanologie-bezogenen Blog eines Kommilitonen (wakainihongakusha.com/wordpress) erfuhr eine designbegeisterte Freundin von mir von einer Sonderausstellung über japanisches Buchdesign ganz in unserer Nähe, im Klingspor-Museum in Offenbach. Das Museum ist in einem wirklich schönem Gebäude, dass von hohen Decken und viel Licht profitiert, auch wenn es an sich nicht besonders groß ist, hat man alles raus geholt.


Der Name Klingspor könnte Liebhabern der Typografie eventuell bekannt sein, er lebte von 1868 bis 1950 und übernahm eine Schriftgießerei in Offenbach und war der erste Besitzer einer solchen, der absichtlich zur Gestaltung der Bücher und der darin verwendeten Schriften Künstler heranzog.

Ich freue mich sehr, dass ich dieses Museum hier in der Nähe habe, ich fühlte mich schon seit meiner Kindheit total von Büchern angezogen. Als Kind und Jugendliche habe ich sicherlich hunderte von Stunden in Bibliotheken verbracht und habe bis heute fast schon einen kleinen Fetisch für Büroartikel entwickelt. (Nein, nicht wirklich, aber meine Begeisterung für schöne Notizblöcke, Hefte, Stifte, Mappen, Papier und Pappe schlägt meine Begeisterung für Musik, Mode und vor allem Schuhe um Längen!)

Die derzeitige Ausstellung umfasst für unschlagbare 1,50€ (Studentenpreis, Erwachsene glaube ich 2 €,) eine Ausstellung über Kinderbücher, die wirklich nicht zu unterschätzen ist. Ich hoffe, später Bilder in den Eintrag einfügen zu können um euch die künstlerische Vielfalt etwas näher bringen zu können. (Edit: Offensichtlich hats ja geklappt!) Es gab glücklicherweise nicht nur Exemplare aus dem deutschen Sprachraum, sondern viele andere. Sogar Illustrationen aus Teheran waren dabei. Doch a meisten beeindruckt hat mich wohl die Ausgabe "Zauberklang-Geschichten Peter Pan" aus dem Ravensburger Verlag, bei der unter anderem ein großes Schiff plötzlich aus dem Buch hervorklappt. Als Kind hätte ich vor Freude gejuchzt, achwas, ich hab's heute als Erwachsene ebenso getan.

Generell war die stilistische Vielfalt wirklich überwältigend, ich habe zuvor nie bemerkt, wie unterschiedlich Kinderbücher sein können. Vielleicht liegt das daran, dass wir damals selbst kaum bebilderte Kinderbücher hatten. (?!)











Es wurden übrigens auch eine illustrierte Version von Dornröschen vorgestellt, die von einer damals elf-jährigen, heutigen Professorin für Design hervorgebracht wurden. Wirklich beeindruckend! Übrigens schrieb sie damals in die Sütterlinschrift!

Der japanische Teil der Ausstellung war auch sehr interessant, nicht ganz so bunt, aber spielerischer in der Gestaltung der Bücherformate. Hier gabs teilweise sehr "schräge" bis provokante Bücher, eines war besonders kontrovers, weil es mit Absicht alles, was Gang und Gäbe in der japanischen Verlagszene zu sein scheint, mit Absicht über Bord wirft. Insgesamt hatte ich den Eindruck, japanische Herausgeber trauen sich mehr, sind erfinderischer, dafür aber nicht so knallig.




Meiner Ansicht nach war die Brille mehr ein Vergrößerungsglas, aber der Effekt kommt in den Photos gut zur Geltung!







Es war auf jeden Fall eine lohnende Ausstellung, die mehr fein und klein war, aber sehr interessant und eindrucksvoll. Wer sich auch nur ein bisschen für Buchgestaltung begeistern kann, sollte die Gelegenheit wahrnehmen und knapp 2 € für einen anregenden Vormittag bereithalten.

Nach dem Besuch kann man sich auch gemütlich bei einem schönen Mittagessen oder Kaffee zusammensetzen und ein bisschen das Erlebte Revue passieren lassen <3






Über diesen Blog
Es gibt abertausende von Blogs, die den Lesern - im besten Falle - etwas mitteilen können. Meistens sind ihre Autoren von dem Wunsch beseelt, ihre Gedanken niederzuschreiben, ihr Innerstes nach außen zu kehren oder sich intensiv einem ganz bestimmten Thema zu widmen.
Dies ist nicht mein erstes Blog, aber es ist das erste welches einen Versuch der Symbiose dieser zwei "Kategorien" vornehmen soll: Es soll hier weder NUR ein Thema bis in die letzten Ecken vorgestellt, besprochen, bearbeitet oder sonstwie geartet dem geneigten Leser zugänglich gemacht werden noch soll es - einem Tagebuch ähnlich - NUR ein Tor zum Selbstmitleid oder einer Agressionstherapie werden.
Diese vermutlich harten Worte richte ich nicht an andere - mehr an mich selbst - da ich feststellen musste, dass ich vor allem in emotional schwierigen Zeiten schreibe, oder eben mich an ein Thema klammere, dass mich dann letzten Endes ein gewisser Größenwahn antreibt, abgelöst von einer unendlichen Traurigkeit, eigentlich niemandem wirklich etwas neues zu bieten.

Dieser Blog soll sich all den Dingen widmen, die mich interessieren, er soll informieren, aber auch persönlich sein. Vor allem soll er sich mir anpassen und nicht - wie so oft - ich mich ihm. Ich denke mittlerweile, dass ein Blog, mit was er sich auch immer beschäftigt und in welchem Ausmaß, er niemals - sofern er auf Lebenszeit geführt wird, was eine wundervolle Erinnerung von mir für mich und alle da draussen wäre - Druck auf den Autor ausüben darf.

Facetten-Reich spiegelt all das wieder was mein Interesse erweckt, mich staunen lässt, mich neugierig macht, bestimmt auch mal weinen lässt vor Lachen oder Trauer. Ich finde an vielen Dingen gefallen und habe mich in Blogs leider immer selbst beschränkt, deshalb soll hier meine Plattform sein um an euch da draußen die Dinge etwas näher zu bringen, die mir am Herzen liegen. Es wäre schön, wenn ihr Themen, die euch vielleicht vorher weniger interessiert haben aus einem anderen Blickwinkel sehen würdet, oder meinen Horizont mit euren Themen und Anregungen bereichert. Konstruktiv kritische Kommentare sind immer gern gesehen, am meisten wünsche ich mir einen Dialog.
Vielleicht wird es niemals jemand anderen geben der diese Zeilen liest, aber immerhin kann ich in Zukunft mit meinem alten Ich in einen Dialog treten und Schritt für Schritt sehen, wie ich mich entwickelte.

In diesem Sinne, genug der Einführung, viel Spaß beim Stöbern!

Rhaelyn